DESIGN  PEOPLE  QUESTIONS
 
     
   
   
 

Ohne den Vertikaltransport ist städtisches Leben undenkbar: Täglich nutzen Millionen von Menschen Aufzüge – allein oder mit anderen. Gesine Voss beschäftigt sich in ihrer Diplomarbeit mit dem Verhalten der Menschen in diesem »öffentlichen Privatraum«. Hier ein Überblick.

 

»Ich steige gleich aus! Scheiße, ich kann da nicht hingucken!« So der Verzweiflungsruf einer Frau, die in einem Aufzug unterwegs ist. Der Ausruf gilt der Glastür. Dabei haben es die Aufzughersteller und die Architekten doch nur gut gemeint: durch die transparente Schiebetür nimmt der Nutzer des Aufzugs die Bewegung und Geschwindigkeit von Stockwerk zu Stockwerk wahr, sein Fahrvergnügen soll erhöht werden und er muss sich nicht so eingesperrt fühlen.Was vom Hersteller gut gemeint ist, wird für die Frau zu einem Drama. Und auch der Aufmunterungsversuch eines Mitfahrenden scheint wenig zu nützen: »Da passiert schon nichts!«

 

Doch was macht die Frau so nervös? Die Hersteller sind davon überzeugt, der Aufzug sei das sicherste Verkehrsmittel überhaupt, also gäbe es keinen Grund zur Sorge! Die Frau hat aber ihr Problem offensichtlich mit dem »freien Fall«, mit der Vertikalfahrt, die häufig eine echte Herausforderung für Organismus und Psyche der Passagiere bedeutet. Dazu gehört auch das Gefühl, der Technik und der räumlichen Enge ausgeliefert zu sein.

 

Nicht jede sichere Fahrt ist zugleich auch eine angenehme Fahrt. Die technischen Sicherheitsstandards sind eine, die komplexe Struktur des Menschen eine andere Sache. Und die Frau artikuliert,was latent an Unbehagen bei den meisten Nutzern »mitfährt«. Darüber kann auch der scheinbar routinierte Umgang mit dem Aufzug nicht hinwegtäuschen. Wie aber werden die Menschen mit diesem Unbehagen fertig? Etwa durch eine mechanische Routine: den Kopf nach unten, den Blick starr auf den Boden gerichtet, wie oft klischeehaft behauptet wird? [...]



Lesen Sie mehr in der Printausgabe!


 
 
 

 online-impressum |  über roger |  presse |  disclaimer |